Tempolimits, gültige Führerscheine, Verkehrsverbotszonen, Kindersitzpflicht und die Eigenheiten sardischer Straßen, die kein Schild erklärt.
In Italien fährt man rechts und überholt links. Die allgemeinen Limits sind 50 km/h innerorts, 90 auf Landstraßen, 110 auf Schnellstraßen und 130 auf Autobahnen — Autobahnen gibt es auf Sardinien aber nicht: Die Hauptachsen, etwa die SS131 quer über die Insel, sind Schnellstraßen mit ausgeschilderten Limits zwischen 90 und 110. Es gilt immer das Schild, nicht die allgemeine Regel.
Wer den Führerschein weniger als drei Jahre hat, unterliegt niedrigeren Limits (100 km/h auf Schnellstraßen, 90 auf Landstraßen) und einer Null-Promille-Grenze. Für alle anderen gilt 0,5 g/l — mit Aperitif und Abendessen schneller erreicht, als man denkt, und die Kontrollen auf den Küstenstraßen im Sommer gibt es wirklich.
Führerscheine aus der Europäischen Union und aus dem Vereinigten Königreich sind ohne Formalitäten gültig. Für außereuropäische Führerscheine braucht es zusätzlich zum nationalen Dokument den internationalen Führerschein: Er wird im Heimatland vor der Reise beantragt, am Schalter lässt sich das nicht mehr heilen.
Drei Pflichten, die Gäste oft überraschen: Abblendlicht auch tagsüber außerorts; Kindersitz oder Sitzerhöhung für Kinder bis 150 cm Größe oder 12 Jahre; Warnweste, die anzulegen ist, wenn man außerorts aus einem auf der Fahrbahn stehenden Auto aussteigt — zusammen mit dem Warndreieck. All das liegt in unseren Fahrzeugen bereit.
In den Altstädten — Cagliari, Alghero, Bosa und vielen Dörfern — gibt es ZTL, kameraüberwachte Verkehrsverbotszonen: Wer hineinfährt, bekommt Monate später ein Bußgeld. Die praktische Regel: außerhalb der Mauern parken und laufen. Blaue Linien bedeuten gebührenpflichtiges Parken am Automaten, weiße kostenlos, gelbe reserviert.
Dazu kommen die Eigenheiten, die kein Schild erklärt. Die Straßen zu den Stränden werden eng und auf den letzten Kilometern manchmal zu Schotterpisten: langsam fahren — ein Kleinwagen ist dort oft praktischer als ein SUV. Im Landesinneren begegnen Ihnen frei laufende Schafe und Kühe, vor allem in der Dämmerung. Tankstellen in den Dörfern schließen früh und sonntags ganz: tanken, wenn man kann, nicht wenn man muss.

